Elsa lernt laufen - Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Mehrfachbehinderung

März 2017Von Lothar Linzen

Elsa ist ein Jahr und drei Monate alt. Inzwischen läuft sie schon ein wenig und hat auch zu sprechen begonnen. Bei diesem Satz könnte es sich um ein normales kleines Mädchen handeln, bei dem die Entwicklung ganz nach den Vorstellungen von Eltern, Angehörigen und Gesellschaft verläuft. In diesem Falle ist Elsa aber kein Kind, sondern ein Projekt, das Perspektiven gemeinsam mit dem Fortbildungszentrum der Caritas in St. Petersburg und mit Unterstützung der Aktion Mensch durchführt. Es soll Eltern und andere Familienangehörige unterstützen, die ihre Kinder mit Mehrfachbehinderungen nicht in ein Kinderheim abgegeben, sondern sie zu Hause behalten haben.

Für die Eltern bedeutet das oft eine große Veränderung in ihrem Leben. Sie haben weniger Chancen eine gut bezahlte Arbeitsstelle zu bekommen, sind gesellschaftlich isoliert und häufig mit ihren Sorgen und Problemen alleingelassen.

Durch die Gründung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen wollen wir Eltern und Angehörige von Menschen mit Mehrfachbehinderungen ermutigen sich gegenseitig zu unterstützen und sich selbst und den Problemen und Bedürfnissen ihrer Kinder in der russischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Das Projekt startete im Januar 2016 und ist auf zwei Jahre angelegt. Es war uns klar, dass es nicht leicht sein würde, Eltern und Angehörige für Selbsthilfegruppen zu interessieren. Dieses Prinzip der Selbstorganisation ist in Russland noch wenig verbreitet. Inzwischen bestehen aber vier Gruppen. Zwei davon haben wir selbst gegründet und zwei Gruppen haben uns gebeten, sie in ihrer Arbeit zu begleiten.

Im zweiten Projektjahr sehen wir es als unsere Hauptaufgabe an, die Arbeit dieser Gruppen zu verstetigen. Wenn die Gruppen weiter bestehen sollen, müssen die Mitglieder selbst die Organisation und Moderation der Gruppentreffen übernehmen. Im April startet darum unsere “Elternschule zur Selbstinitiative”. Hier können aktive Gruppenmitglieder diese Fähigkeiten erlernen und erproben. Uns ist es wichtig, mit anderen Organisationen und Einrichtungen zusammenzuarbeiten, die sich um Familien kümmern, in denen mehrfachbehinderte Menschen leben. So organisieren wir z.B. die “Elternschule” gemeinsam mit einem Verein für Menschen mit Autismus. Es gibt schon einige Zeichen, das die Selbsthilfearbeit Früchte trägt. So hat sich aus einer Elterngruppe heraus eine Initiative entwickelt, die ein kleines Wohnprojekt für Menschen mit Behinderungen beginnt.

Lothar Linzen ist Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge und lebt seit zwanzig Jahren die meiste Zeit in St. Petersburg. Er verfügt über einschlägige Erfahrungen in verschiedenen NGO’s in Russland, u.a. in der Beratung und Begleitung von Kindern mit Mehrfachbehinderungen und deren Eltern. Aufgrund seiner hochgradigen Sehbehinderung weiss Herr Linzen um die Bedürfnisse und Probleme von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. Durch seine langjährige Tätigkeit in russischen NGO‘s hat er auch eine Binnenperspektive auf die Soziale Arbeit in St. Petersburg entwickelt. Weil Herr Linzen auf den Mangel an Selbsthilfegruppen für Eltern mit mehrfachbehinderten Kindern aufmerksam geworden ist, hat er dieses Projekt maßgeblich konzipiert und ist für die konzeptionelle Projektumsetzung verantwortlich.

gefördert durch die

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Hamburger Präsidentin Carola Veit zu Gast bei Perspektivy

April 2017 - Anfang April fand in St. Petersburg die 14. Deutsche Woche statt, die in diesem Jahr mit einem Jubiläum zusammenfiel. Bereits seit 60 Jahren sind Hamburg und St. Petersburg durch eine Städtepartnerschaft miteinander verbunden. In diesem Rahmen kamen Vertreter unseres russischen Partnervereins Perspektivy mit Carola Veit, der Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft, sowie Vertretern des BHH Sozialkontors zusammen. Seit mehr als 10 Jahren gibt es ebenfalls eine enge Partnerschaft zwischen Perspektivy und der Einrichtung der Hamburger Behindertenhilfe mit dem Ziel, die Wohn- und Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen in St. Petersburg zu verbessern.

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Elsa lernt laufen - Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Mehrfachbehinderung

März 2017Von Lothar Linzen - Elsa ist ein Jahr und drei Monate alt. Inzwischen läuft sie schon ein wenig und hat auch zu sprechen begonnen. Bei diesem Satz könnte es sich um ein normales kleines Mädchen handeln, bei dem die Entwicklung ganz nach den Vorstellungen von Eltern, Angehörigen und Gesellschaft verläuft. In diesem Falle ist Elsa aber kein Kind, sondern ein Projekt, das Perspektiven gemeinsam mit dem Fortbildungszentrum der Caritas in St. Petersburg und mit Unterstützung der Aktion Mensch durchführt. Es soll Eltern und andere Familienangehörige unterstützen, die ihre Kinder mit Mehrfachbehinderungen nicht in ein Kinderheim abgegeben, sondern sie zu Hause behalten haben.

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Artikel mit Perspektiven auf SPIEGEL ONLINE

Februar 2017 – „Sascha führt ein bisschen Krieg“ - so lautet der Artikel von einem ehemaligen Freiwilligen auf SPIEGEL ONLINE. „Als Sascha zur Welt kam, waren viele Russen dafür, Behinderte wie ihn liquidieren zu lassen. Doch Russlands Gesellschaft wandelt sich, und Sascha kämpft sich Schritt für Schritt voran - hin zu einem selbstständigen Leben.“ Lesen Sie den Artikel mit vielen Fotos auf SPIEGEL ONLINE oder HIER als Text (PDF).

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Schule unterstützt Perspektiven

Januar 2017 – Die Langener Albert-Einstein-Schule unterstützt unsere Arbeit mit einer Spende aus Einnahmen ihres Weihnachtsbasars. Wir freuen uns sehr über diese Hilfe und bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten! Lesen Sie dazu einen Online-Artikel aus der Frankfurter Neuen Presse oder HIER den Artikel ohne Foto als PDF.

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Perspektiven im ZDF - Heute in Europa

Dezember 2016 - In der Sendung "Heute in Europa" zeigte das ZDF am 27.12.2016 einen weiteren Beitrag über unsere Arbeit in St. Petersburg. Hier der LINK zur ZDF-Mediathek, wo der Beitrag bis zum 27.12.2017 zu sehen ist. Dort gibt es in der Zeitleiste unten weisse Punkte - beim 3. Punkt, das ist Minute 5:52, beginnt unser Beitrag.

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